Rosenbergstrasse

VCS zur Fachhochschule St.Gallen

Keine Einsprache gegen Bauprojekt HB Nordwest

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Stadtentwicklung St. Gallen

Stellungnahme VCS zum Bahnhof Nord (2002)

Velostation St. Gallen

Fachhochschule St. Gallen

St.Gallen, 23. Juni 2006. Der VCS erhebt keine Einsprache gegen den Überbauungsplan Hauptbahnhof Nordwest sowie die Sonderbauvorschriften für die Fachhochschule, obwohl er das vorliegende Projekt für nicht bewilligungsfähig hält. Durch dieses Vorgehen ermöglicht es der VCS, die zwingend notwendigen Korrekturen ohne zeitraubendes Verfahren vorzunehmen. Hauptproblem ist die Erschliessung mit dem motorisierten Individualverkehr. Sie ist nicht gegeben, weil der Knoten Blumenbergplatz bereits heute überlastet ist und er durch die geplante Tiefgarage bei der Fachhochschule nochmals deutlich mehr Verkehr erhält.

Fachhochschule ist mit Parkgarage verknüpft

Für die Fachhochschule selbst sind nur 20 Parkplätze vorgesehen, für die Erschliessung des Hauptbahnhofs 36 Vorfahrten- und Kurzzeitparkplätze. Die öffentliche Parkgarage jedoch soll 240 Parkplätze aufweisen. Der VCS bedauert, dass das Projekt der Fachhochschule mit dem Bau einer öffentlichen Parkgarage verknüpft wurde. Diese Parkgarage verursacht einen massiven Mehrverkehr und gefährdet das gesamte Projekt, obwohl sie weder für die Fachhochschule noch für die Erschliessung des Hauptbahnhofes erforderlich ist. Die Verfasser des verkehrstechnischen Berichtes erwähnen zwar verschiedentlich die Entlastungsfunktion durch die Aufhebung der Parkplätze auf der südlichen Bahnhofseite, sie ist aber rechtlich nicht mit dem Projekt verknüpft. Die Sicherstellung einer wirksamen Massnahme zur Entlastung des Blumenbergplatzes fehlt damit.

Verkehrstechnischen Bericht stellt Überlastung fest

"Der Blumenbergplatz ist in der Abendspitzenstunde bereits heute überlastet. Dies kann praktisch jeden Abend auf der Strasse beobachtet werden. Auch wenn aus dem Plangebiet nur rund ein Viertel des Verkehrs über den Blumenbergplatz zirkuliert, so ist klar, dass dieser bei Eröffnung der Neubauten wie auch fünf Jahre später, weiterhin, einfach noch etwas stärker, überlastet sein wird – ein Nachweis ist unseres Erachtens überflüssig."

In der Zusammenfassung auf wird diese Feststellung noch kommentiert: Am Blumenbergplatz bestehen hingegen keine Leistungsreserven mehr. Die Situation am heute in der Spitzenstunde ausgelasteten bzw. teilweise bereits überlasteten Blumenbergplatz wird sich demnach weiter zuspitzen. Lokale Massnahmen zur Verbesserung der Situation gibt es keine, allfällige Lösungsmöglichkeiten müssten grossräumiger Natur sein.

Diese Argumentation ist für den VCS nicht nachvollziehbar. Sie würde bedeuten, dass ein Nachweis nur dann geführt werden muss, wenn noch Kapazitäten vorhanden sind. Mit der Überlastung eines Strassenabschnittes würde die Verpflichtung zur Sicherung der Erschliessung hinfällig! Es können beliebig weitere Projekte bewilligt werden.

Über den Knoten Blumenbergplatz/Schibenertor wickelt sich der öffentliche Verkehr der Buslinien 1, 3, 5, 6, 7, 9 und 11 sowie der Trogenerbahn und zahlreicher Postautolinien ab. Im Bereich des Blumenbergplatzes bleiben die Busse der Linie 9 während der Spitzenzeiten schon heute auf der Rosenbergstrasse im Stau stecken. Mit zunehmender Knotenüberlastung wird sich dieses Problem noch verschärfen. Die Privilegierung des öffentlichen Verkehrs kann nicht mehr gewährleistet werden. Eine Verschlechterung der Situation für den öffentlichen Verkehr ist aber aus umweltrechtlicher und lufthygienischer Sicht nicht zulässig.

Verzicht auf Einsprache

Nach intensiven Diskussionen hat der VCS Sektion St.Gallen / Appenzell aus zwei Gründen auf eine Einsprache verzichtet:

1. Der VCS begrüsst die Verbesserungen für den ÖV sowie den Fuss- und Veloverkehr
Der vorgesehene Standort für den Bau der Fachhochschule ist ideal. Sie ermöglicht die dringend notwendige Umgestaltung des Bahnhofplatzes, der vom motorisierten Privatverkehr frei gemacht werden kann. Damit wird der nördliche Zugang zum Hauptbahnhof attraktiver. Es findet eine räumliche Aufwertung und Belebung des Bahnhofbereiches statt. Auch die vom VCS in den Vorgesprächen eingebrachte Velostation bringt eine Verbesserung.

2. Der VCS will die Fachhochschule weder verzögern noch verhindern
Durch den Verzicht auf eine Einsprache ermöglicht es der VCS der Stadt, die rechtlich zwingend notwendigen Anpassungen rasch vorzunehmen, damit die Voraussetzungen für eine Baubewilligung erfüllt werden.

Wir erwarten von der Stadt Antworten zu folgenden Punkten:

  • Einer rechtlich einwandfreien Erschliessung des Gebietes mit flankierenden Massnahmen, welche zu einer Reduktion der Fahrtenzahl im Bereich Blumenbergplatz führen (Reduktion der Anzahl Parkplätze,
    Nutzungsbeschränkungen, andere Massnahmen).

  • Angaben zu den vorgesehenen Massnahmen, damit der Bus (Linie 9) nicht im Stau stecken bleibt.

  • Verbindliche Aussagen zum Mehrverkehr, der dem Bereich Blumenbergplatz/Schibenertor noch zugemutet werden kann.

  • Die rechtliche Sicherstellung der Aufhebung von Parkplätzen auf der südlichen Bahnhofseite. Der VCS geht davon aus, dass die Bewilligungsbehörden auch ohne Einsprache ihrer Aufgabe nachkommen und dafür besorgt sind, dass die Bauvorhaben im Gebiet Bahnhof Nord alle rechtlichen Vorgaben einhalten.