Einsprache: VCS sieht Optimierungspotential im Verkehrsbereich

Güterbahnhof: etwas weniger wäre viel mehr

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Stadtentwicklung St. Gallen

 

 

St. Gallen, 3. Januar 2006. Auch der VCS hat Einsprache gegen den Überbauungsplan Güterbahnhof eingelegt, obwohl er das Projekt grundsätzlich begrüsst. Im Gegensatz zu bereits gebauten, bewilligten oder geplanten Bauvorhaben weitab vom Stadtzentrum kann diese Überbauung zur wertvollen Bereicherung für St. Gallen werden. Mit seiner Einsprache will der VCS erreichen, dass sich die von den Promotoren vorgesehene Nutzung an die rechtlichen Vorgaben hält und umweltverträglich optimiert wird.

Der VCS unterstützt zentrumsnahes Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Die gute Erreichbareit von Versorgungseinrichtungen mit dem Fuss- und Veloverkehr ist eine Grundvoraussetzung für die Lebensqualität einer Stadt. Das Plangebiet ist heute schon lufthygienisch übermässig belastet.

Das Vorhaben muss sich darum an verschärfte Emissionsbegrenzungen der Luftreinhalteverordnung halten. Die zur Verfügung stehenden Massnahmen (Parkplatzbewirtschaftung, Reduktion der Parkplatzzahl, Qualität des öV) beeinflussen sich gegenseitig, was auch schon das Bundesgericht festgehalten hat. Darum ist der VCS aus rechtlichen und umweltpolitischen Überlegungen der Ansicht, dass die Zahl der vorge-sehenen 520 Parkplätze zu hoch ist.
Das innerstädtische Strassennetz ist an verschiedenen wichtigen Knoten an die Grenzen seiner Belast-barkeit angelangt. Eine konsequente Privilegierung des öVs lässt sich immer schwieriger gewährleisten. Im Stau stehende Busse sind keine Alternative zum motorisierten Individualverkehr (MIV) und dienen niemandem. In seiner Einsprache hat der VCS daher einen Bericht zur öV-Privilegierung im Bereich Geltenwilenstrasse / St. Leonhardsbrücke beantragt. Dieser soll aufzeigen, ob und wie auch nach Fertigstellung des Projekts eine privilegierte Fahrt für den öffentlichen Verkehr sichergestellt werden kann.

Im Verkehrsbericht erfolgte die Berechnung der zulässigen Fahrtenmenge einzig aufgrund der Kapazität des Knotens Geltenwilenstrasse. Der Modalsplit bewegt sich dabei je nach
Nutzungsszenario in einem Bereich von 55 bis 57 Prozent für den motorisierten Verkehr - und damit deutlich über dem heutigen städtischen MIV-Anteil von 45%. Das Verkehrsaufkommen ist gemäss gesetzlicher Verpflichtung zur grösstmöglichen Emissionsbegrenzung möglichst tief zu halten. Der VCS sieht aufgrund der sehr guten Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr eindeutig Optimierungspotential. Auch der Anteil des Langsamverkehrs lässt sich bei dieser sehr
zentrumsnahen Lage stärker gewichten. Dadurch kann der Parkplatzbedarf gerade bei einer Büronutzung tief gehalten werden. Das zeigt auch das Beispiel des neu erstellten
Raiffeisenbank-Hauptsitzes im Bleicheli-Quartier.

Der VCS strebt in folgenden Punkten eine Einigung an:

  • Eine Reduktion der zulässigen Anzahl Parkplätze

  • Eine Reduktion der jährlich maximal zulässigen Fahrtenzahl

  • Eine bauliche und betriebliche Trennung von Besucher- bzw. Kundenparkfeldern zu jenen aus der Wohnnutzung, um eine Umgehung der Parkplatzbewirtschaftung zu verhindern

  • Die rechtliche und finanzielle Sicherstellung der Fuss- bzw. Radwegerschliessung im Osten und
    Westen über die Gleisanlagen

  • Die Sicherstellung der öV-Privilegierung im Bereich Geltenwilerstrasse / St. Leonhardsbrücke