Herisau, 20. Dezember 2005. Unter dem Deckmantel
«Verkehrssicherheit für Velofahrer und Fussgänger»
soll die Durchfahrt auf der Hauptachse durch Herisau beschleunigt werden.
Ein unsinniges und zu kostspieliges Projekt, findet die VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell.
Die Industriestrasse ist nicht als besondere Gefahrenquelle bekannt.
Die relativ schmale Fahrbahn in der Kurve zwingt den motorisierten Verkehr
zur Geschwindigkeitsanpassung. Die VCS-Sektion St. Gallen/Appenzell ist
daher erstaunt darüber, dass ohne zwingenden Grund und ohne einen
definitiven Entscheid für oder gegen eine Umfahrungsstrasse für
viel Geld die heutige Durchfahrtsachse ausgebaut werden soll.
Erstaunlich auch, dass der Wegfall der unübersichtlichen Passage
mit dem Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer (Fussgänger und Velofahrer)
begründet wird. In den aufgelegten Unterlagen ist dazu nichts zu
finden. Wird den bergwärts fahrenden Velos auf der westlichen Seite
der Industriestrasse ein kombinierter Rad- und Fussweg zur Verfügung
stehen? Die vorgesehene Trottoirbreite von zwei Metern liegt dafür
jedoch an der untersten Grenze.
Im Rahmen der Ypsilon-Massnahmen zum Verkehrsraum Herisau wird darüber
diskutiert, wie sich die Geschwindigkeit beim Ortseingang reduzieren und
auf verträglicher Höhe durch das Siedlungsgebiet halten lässt.
Der Ausbau der Kurve in der Industriestrasse geht in die genau entgegengesetzte
Richtung: Mehr Geschwindigkeit ohne kaum mehr Sicherheit. Die Kosten von
über einer Million Franken - davon fast die Hälfte für
den Landerwerb - sind angesichts des geringen Nutzens zu hoch. Dieser
Betrag könnte weitaus effektiver für die Verbesserung der Verkehrssicherheit
in Herisau investiert werden. Das vorliegende Projekt mag die Bauindustrie
freuen, ist aber weder für Fussgänger noch Velofahrer ein «Weihnachtsgeschenk».

|
|