St. Gallen, 12. Oktober 2005. Im Verlauf
einer Podiumsdiskussion zur Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein
im September schienen sich die Fronten zwischen Konzessionierungs-Befürwortern
und -Gegnern aufzuweichen. Die Medien berichteten bereits von einer «Annäherung
der Standpunkte». Mitte September fanden Gespräche statt zwischen
Behördenvertretern aus Bund, verschiedenen Kantonen, dem Land Vorarlberg,
den Gemeinden der Region Rorschach-Bodensee sowie der Flughafenbetreiberin.
Das Ergebnis ist für die Umweltverbände enttäuschend.
Der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller sicherte an der
sehr gut besuchten Podiumsdiskussion Namens der Regionalplanungsgruppe
Regio Rorschach-Bodensee den Gegnern einer Konzessionierung zu, sich für
die Plafonierung der Flugbewegungen auf maximal 33'500 pro Jahr einzusetzen.
In ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 10. Juni geht die Regio noch
einen wichtigen Schritt weiter: Die durch den technischen Fortschritt
erzielten Lärmreduktionen dürften nicht durch mehr Flugbewegungen
kompensiert werden.
Neben der Zahl der Flugbewegungen sind auch die Betriebszeiten umstritten:
Die Airport Altenrhein AG will den Flugbetrieb bereits ab 06.00 Uhr (heute
07.00 Uhr Mo-Fr, 08.00 Sa und 10.00 So) beginnen und ohne Mittagspause
(heute 12.00 bis 13.30 Uhr) bis abends um 22.00 Uhr weiterführen.
Die Mittagspause soll nur noch für die Kleinaviatik gelten.
Die Flughafenbetreiberin hat im Rahmen von Behördengesprächen
inzwischen einer Plafonierung der Flugbewegungen zugestimmt. Dafür
wird bei den Betriebszeiten Entgegenkommen erwartet. Aber: Es sollen nicht
die von der Regio Rorschach-Bodensee ins Spiel gebrachten 33'500, sondern
36'500 Flugbewegungen festgeschrieben werden. Dies entspricht exakt der
Zahl, die bereits im Juli seitens der Airport Altenrhein AG gegenüber
den Vertretern der Umweltverbände und der Aktion gegen Fluglärm
AgF genannt wurde. Im Gegensatz zu heute (2004: 29'118 Flugbewegungen)
wären damit deutlich mehr Starts und Landungen zu verzeichnen. Offen
ist auch, ob es sich um eine absolute Plafonierung handelt oder nur um
einen Wert, der aus Lärmgrenzwerten errechnet wird. Zudem würden
aufgrund der höheren Zahl von Linienflügen in Altenrhein stationierte
Kleinflugzeuge einfach auf andere Flugfelder ausweichen und damit andere
Regionen belärmen.
Die Positionen zwischen den Behörden und der Flughafenbetreiberin
haben sich also tatsächlich angenähert. Die Airport Altenrhein
AG musste dafür aber keinen einzigen Schritt tun und hat keine ihrer
Maximalforderungen preisgegeben. Die anlässlich der Podiumsdiskussion
in Rorschach so wortreich abgegebenen Versicherungen des Vertreters der
Regio Rorschach-Bodensee können so ernst gemeint nicht gewesen sein.
Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?
Die St. Galler Umweltverbände sehen zurzeit keinen Anlass, von
ihrem grundsätzlichen Nein zur Konzessionierung des Flugfeldes Altenrhein
abzurücken. Sie sind aber nach wie vor dialog- und kompromissbereit,
sofern sich eine ausgewogene Regelung finden lässt. Dabei ist dem
Ziel einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Ökonomie, Soziales
und Ökologie Rechnung zu tragen. Bestandteil einer Konzessionierung
müssen aus Sicht der Umweltverbände folgende Punkte sein:
-
Plafonierung der jährlich zulässigen Flugbewegungen auf
maximal 33'500 Flugbewegungen (davon maximal 6000 Linien- und Charterflüge)
ohne Koppelung an die Lärmentwicklung
-
Einhaltung des bisherigen Lärmkorsetts und der Betriebszeiten
-
Bau einer Lärmschutzanlage für Standläufe
-
Rechtliche Sicherstellung dieser Punkte für die Konzessionsdauer
von 30 Jahren
Die Flughafenbetreiberin Airport Altenrhein AG will aus ihrem privaten
Flugfeld einen öffentlichen Regionalflughafen machen. Mit der Konzessionierung
verliert die Öffentlichkeit aber auf 30 Jahre hinaus jede Einflussmöglichkeit.
Die verfahrene Situation rund um den Flughafen Zürich-Kloten zeigt,
wie wichtig eine rechtliche Sicherstellung gemachter Zusagen und Versprechungen
seitens der Flughafenbetreiber und der Behörden ist.

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Links:
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VCS-Dossier Altenrhein |
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AgF Aktion gegen Fluglärm Altenrhein |
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Keine Konzession ohne Zustimmung der Bevölkerung |
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Resolution der VCS MV zum Flugfeld Altenrhein |
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Grundlagenpapier zum Flugfeld Altenrhein
der Umweltverbände |
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