St. Gallen, 26. Mai 2004. In einer gemeinsamen Einsprache mit dem WWF Schweiz und den VCS-Sektionen Zürich, Thurgau, Aargau und Schwyz wehrt sich auch der VCS St.Gallen / Appenzell gegen das vorläufige Betriebsreglement des Flughafens Zürich-Kloten. Der Umwelt-verträglichkeitsbericht sei zur Ueberarbeitung zurückzuweisen, da er zahlreiche Unklarheiten enthalte und unvollständig sei.
Die Einsprache setzt sich in insgesamt 29 Punkten detailliert mit Mängeln des Umweltverträglichkeitsberichts, dem Anwohnerschutz sowie einer ganzen Reihe von versteckten Kapazitätserhöhungen aus-einander. Der Umweltverträglichkeitsbericht sei zu ergänzen mit einer genauen Darstellung der für die verschiedenen Pisten bestehenden Ab- und Anflugrouten sowie den Warteräumen bis zu einer Höhe von mindestens 8000 Fuss (ca. 2500 Meter). Diese Darstellung solle auch Bevölkerungszahlen und Siedlungsdichten sowie Strategien zur möglichen Kanalisierung des Fluglärms enthalten. Diese Strategien seien im Betriebsreglement umzusetzen.
Der VCS spricht sich für mehr Lärmschutz für die direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner aus. Die Nachtruhe sei für die Zeit von 22.00 bis 7.00 Uhr zu gewährleisten, wobei für ver-spätete Flüge Ausnahmen bis 22.30 Uhr möglich sein sollen. Generell sollen keine versteckten Kapa-zitätserhöhungen im Vergleich zum früheren Betriebsreglement vorgenommen werden, soweit diese nicht wegen der Deutschen Rechtsverordnung notwendig sind.
Bei der künftigen Nutzung des Flughafens seien auch Alternativszenarien zu berücksichtigen, unabhängig von der weiteren, ungewissen Zukunft der Swiss. Ein weiterer Zuwachs von Billig-Airlines und ein Abbau von Interkontinental-Verbindungen haben auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb.
Der VCS spricht sich auch für die Beibehaltung der Haftung für Beschädigungen am Boden durch überfliegende Flugzeuge oder Flugzeugabstürze aus. Es ist nicht einzusehen, warum die Anwohnerinnen und Anwohner neu auch noch die Kosten für die Sicherung und Unterhalt gefährdeter Dächer (Klammerung der Dachziegel) aufkommen sollen. Der Flughafen darf auch in diesem Punkt nicht aus seinen nachbarschaftlichen Pflichten entlassen werden.
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Weitere Artikel:
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Gemeinsame Einsprache der Umweltverbände (pdf)
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Tagblatt 28. Mai 2004
VCS fordert mehr Schutz vor Fluglärm
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