St. Gallen / Rapperswil, 15. September 2004: Mit dem Bau der Autostrasse Wagen Schmerikon wird die Verkehrssicherheit erhöht. Dies war eines der Versprechen im Vorfeld der Abstimmung zur Autostrasse A53. Heute wissen wir es besser: Die A53 ist eine Todesstrecke: Sechs Todesopfer und 25 Verletzte lautet die traurige Bilanz nach knapp dreiviertel Jahr Betrieb. Auch auf dem geplanten zweispurigen Tunnel Rapperswil sind hinsichtlich der Verkehrssicherheit viele Fragen offen.
Im Vorfeld der Abstimmung wurde heftig gestritten über die Entlastungswirkung in den Dörfern, die Menge des Mehrverkehrs und die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit. Erste Verkehrszählungen haben gezeigt, dass die Entlastungsversprechen in den Dörfern deutlich verfehlt wurden und das Linthgebiet insgesamt eine hohe Verkehrszunahme zu verzeichnen hat. Die neue Strasse ist mit der seit Eröffnung mit 40 Prozent Mehrverkehr belastete Nordumfahrung Rapperswil/Jona zudem zur eigentlichen Todesfalle geworden. Die schlimmsten Befürchtungen der Gegnerinnen und Gegner wurden damit übertroffen. Diese gingen in der Studie «T8/A8» noch von weniger, dafür aber schwereren Verkehrsunfällen aus, und sahen im Gegensatz zu den offiziellen Voraussagen eine deutliche Erhöhung von Verletzten und Toten voraus.
Tunnel Rapperswil
Die Erfahrungen der A53 führen auch hinsichtlich des geplanten Tunnels Rapperswil zu Fragen. Geplant ist eine zwei- bis dreispurige 4,5 km lange Röhre mit Gegenverkehr. Dazu sind zwei unterirdische Anschlusswerke geplant. Der Tunnel dürfte nach offiziellen Prognosen täglich von rund 25'000 Fahrzeugen befahren werden. Dies ist rund die Hälfte mehr Verkehr als im Tunnel Balmenrain oder ein Drittel mehr als am Gotthard. Ob ein zweispuriger Tunnel mit Gegenverkehr angesichts dieser Verkehrsbelastung und entsprechender Gefährdungen etwa bei Lastwagenunfällen mit gefährlichen Gütern den Sicherheitsanforderungen für neue Bauwerke entspricht, muss bezweifelt werden. Der Bau von zwei separaten Röhren würde das Bauwerk aber vollends unbezahlbar machen. Statt der prognostizierten stattlichen 750 Millionen Franken wäre ein Milliardenbetrag fällig.
Der VCS möchte mit diesen Gedanken keinesfalls einer vierspurigen Variante das Wort reden. Dies entspräche einem starken Kapazitätsausbau und hätte auf dem zuführenden Strassennetz etwa auf der neuen Jonastrasse eine hohe Verkehrszunahme zur Folge. Vielmehr hält der VCS die derzeitige Planung insgesamt für verfehlt. Das Beispiel der A53 hat gezeigt, dass bei solchen Projekten Entlastungs-prognosen regelmässig überschätzt, die negativen Auswirkungen negiert und die Versprechungen zu den flankierenden Massnahmen gebrochen werden. Der VCS plädiert darum für Sofortmassnahmen auf dem bestehenden Strassennetz, mit denen sich die negativen Auswirkungen auf das Umfeld innert nützlicher Frist reduzieren lassen.
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Links:
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VCS zum Tunnel Rapperswil
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VCS zur Eröffnung der A53
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Dossier A53
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