St. Gallen, 21. Februar 2002. Der VCS ist empört über die neuste Entwicklung auf dem Flugfeld Altenrhein. Ohne gültige Bewilligung werden umstrittene Ausbauschritte vorgenommen. Mit der Verbreiterung des Rollfeldes wird ermöglicht, dass grössere und damit lautere Flugzeuge in Altenrhein landen können. Die hohen Investitionskosten müssen später über einen grösseren Betrieb wieder wettgemacht werden. Der VCS fordert einen Ausbaustopp auf längere Sicht.
Die Entwicklung auf dem Flugfeld Altenrhein ist ein Affront gegenüber der Bevölkerung. Obwohl diese einen Ausbau ablehnt, werden laufend Veränderungen in Richtung mehr Flugverkehr und mehr Lärm angekündigt. Sowohl die umstrittene Anflugbefeuerung wie auch die unbewilligte versuchte Pistenverbreiterung führen dazu, dass grössere Flugzeuge bei praktisch allen Wetterlagen landen und starten können. Damit wird das Flugfeld immer attraktiver für weitere Destinationen.
Die Veränderungen auf dem Flugfeld seit der Übernahme der Rheintalflug durch die Austrian Airlines Group zeigen deutlich auf, wie beschränkt der Einfluss der Behörden auf das Flugfeld ist. Da werden fraglos die leisen Embraer-Jet durch grössere und laute Flugzeuge des Typ Bombardier Q400 ersetzt. Wenn wenigstens gewährleistet wäre, dass die Flugbewegungen dadurch eingeschränkt werden. Wer aber garantiert, dass die aktuellen drei Flüge pro Tag nach Wien und zurück nicht wieder auf sechs oder sieben erhöht werden?
Die Kosten, die für die unbewilligte Pistenverbreiterung entstehen, trägt voll die Airport Altenrhein AG. Diese müssen wettgemacht werden durch mehr Landegebühren, also durch mehr Betrieb. Entwickeln soll sich dieser in den Bereichen Business-Flüge, Städtereisen und Badeferien. Die Bestrebungen der Vereinigung Pro Flugplatz Altenrhein für die Streichung der Linienflüge aus dem Lärmkorsett zielen ebenfalls darauf ab, immer neue Wege zu finden, den Flugbetrieb zu steigern.
Der Verkehrs-Club der Schweiz VCS wehrt sich entschieden und er steht nicht allein gegen den schleichenden Ausbau des Flugfeldes. Der vom Bazl zu Recht angeordnete Baustopp soll zu einer Überprüfung der Situation genutzt werden. Von einer Präparierung des Flugfeldes für grosse Flugzeuge ist ganz abzusehen. Es ist endlich auch dafür zu sorgen, dass die Schweizer Bevölkerung durch das Lärmkorsett so gut geschützt wird wie das Vorarlberg. Dringend ist weiter eine klare Information über die täglichen Flugbewegungen und im Speziellen über die Ausnahmebewilligungen für Flüge während der Sperrzeiten.
Margot Benz, Geschäftsleiterin, VCS St. Gallen/Appenzell
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Weitere Artikel:
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Positionspapier der Umweltverbände zum Flugfeld Altenrhein
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