St. Gallen, 8. Januar 2002. Der VCS akzeptiert das Stadion und notgedrungen auch das Einkaufszentrum am Standort St. Gallen-West, aber mit Vorbehalten. Der Überbauungsplan weist einige wesentliche Lücken auf. Der VCS wird sich im Einspracheverfahren wie auch bei allen Gesprächen vorher dafür einsetzen, dass die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr gut und attraktiv sein wird und das Projekt gesetzeskonform sein wird.
Seit Jahren setzt sich der der Verkehrs-Club der Schweiz mit dem bisher grössten Projekt der Region, der Planung eines Einkaufszentrums mit Fussballstadion auseinander. Letztes Jahr fanden mehrere Gespräche mit der Stadion AG statt, an denen eine Annäherung gesucht wurde. Auf die Vorschläge und Anregungen, aber auch auf die Kritik des VCS wurde nicht eingegangen. Der Überbauungsplan weist einige wesentliche Mängel auf. Es sind Lücken, die vor einem Erlass des Überbauungsplanes unbedingt geschlossen werden müssen. Erst dann kann die Bevölkerung damit rechnen, dass die versprochene Redimensionierung des Einkaufszentrums umgesetzt und der im Vorfeld hochgelobte öffentliche Verkehr auch realisiert werden kann.
Zwar wird die redimensionierte Nutzungsfläche im Überbauungsplan mit Zahlen definiert. Doch auf den Plänen bleibt alles gleich gross wie bei der ersten Eingabe. Es braucht verbindliche Pläne, die unmissverständlich darstellen, wo die Fläche den neuen Maximalverkaufsflächen angepasst wird.
Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist ungenügend. Es fehlen ein zentraler Bushof, wie das beim Gallusmarkt vorbildlich gelöst wurde, es fehlt eine abgesicherte Finanzierung des zusätzlichen Angebotes und es fehlen Überlegungen, was passieren soll, wenn weniger Leute den Bus benützen als angenommen. Das Erreichen eines öV-Anteils von 15% ist aber notwendig für das Funktionieren des Verkehrskonzepts.
Das Mega-Einkaufszentrum (mehr als dreimal so gross wie der Säntispark) wird erhebliche Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden haben. Der Verkehr, die Siedlungsentwicklung, die Versorgungssituation der Bevölkerung wird sich verändern. Der Überbauungsplan schweigt sich darüber aus, obwohl das Baugesetz Anlagen als unzulässig betrachtet, die die Siedlungsstruktur der umliegenden Gemeinden erheblich nachteilig beeinflussen. Der VCS verlangt deshalb einen Nachweis über die Vereinbarkeit mit dem Baugesetz sowie mit dem neuen Richtplan.
Winkeln wird zum Grossparkplatz. Damit die Erreichbarkeit von Winkeln erhalten bleibt, müssen schon jetzt flankierende Massnahmen zur Verhinderung von Parkplatzsuchern vorgeschrieben werden. Es darf nicht sein, dass Winkeln bei jedem Match zu einem besetzten Gebiet erklärt wird.
Die Parkplätze sollen bewirtschaftet werden. Das ist erfreulich, doch der Überbauungsplan äussert sich nicht klar, ob tatsächlich ab der 1. Minute bewirtschaftet werden soll. Die Höhe der Gebühren ist zu tief. Eine Gleichbehandlung mit der Innenstadt muss aber das Ziel der Behörden sein, damit der Wettbewerb spielen kann. Im Überbauungplan muss die Bewirtschaftung detaillierter festgehalten werden.
Das Projekt kann und muss optimiert werden. Dazu bietet der Verkehrs-Club der Schweiz Hand. Mit leeren Versprechung lassen wir uns nicht abspeisen. Der Glanz des Stadions ist so stark, dass viele die Augen schliessen vor dem mitgelieferten Einkaufszentrum. Ein genaues Hinsehen lohnt sich für alle Beteiligten.
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