Sargans, 20. Mai 2002 / Der Einsatz einer ganzen Region hat sich gelohnt: 40'000 Unterschriften haben den SBB Generaldirektor Benedikt Weibel beeindruckt. Und so kam er an die Veranstaltung vom Freitag, 17. Mai nicht mit leeren Händen, sondern mit Versprechungen:
Der IC Zürich - Chur soll im Halbstundentakt in Sargans halten. Zwar braucht die Umstellung noch etwas Zeit, aber im Jahr 2005 soll es soweit sein. Dies bedeutet für die gesamte Region bis Herbrugg, das Fürstentum Lichtenstein und auch Teile des Vorarlbergs eine bessere Anbindung an den Knoten Zürich.
Der IC-Halt in Sargans macht gemäss Weibel nur Sinn, wenn die Feinverteilung in der Region verbessert werden kann. Hier sind verschiedene Konzepte in Planung, wie das Projekt FL.A.CH, welche eine besserne Vernetzung im grenzüberschreitenden Verkehr anstrebt.
Schnellzüge Zürich - St. Gallen nach Bregenz verlängern:
Aus für Schnellzüge Zürich - Wien über St. Gallen?
Die SBB prüfen, ob die Schnellzüge von Zürich nach St. Gallen nach Bregenz verlängert werden sollen. Dies hätte eine starke Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen Bregenz und St. Gallen zur Folge. Bregenz und das Vorarlberg fordern insbesondere eine bessere Anbindung an den Flughafen Zürich-Kloten. Dieses Ziel wurde auch mit der geplanten Verlegung der Schnellzüge Zürich - Wien über St. Gallen / Bregenz (anstatt über Buchs -Sargans) verfolgt.
Die Umlegung der Verbindung Zürich - Wien über St. Gallen ist nicht unumstritten, hat sie doch einen beträchtlichen Umweg und damit eine längere Fahrzeit von gegen einer halben Stunde zur Folge. Die Anschaffung des erneuerten Rollmaterials mit Neigezugtechnik hätte diese Fahrzeitverlängerung wieder kompensiert. Doch entsprechende Beschaffungspläne der Österreichischen Bundesbahnen sind gemäss Bericht in der NZZ nicht mehr gesichert.
Es darf deshalb darüber spekuliert werden, ob eine allfällige Verlängerung der Schnellzüge von St. Gallen nach Bregenz die vorgesehene Verlegung der Linie Zürich - Wien rückgängig macht, bevor sie eingeführt ist. Aus Stadt St. Galler Sicht eigentlich Schade: ein Städtebummel nach Wien mit direktem Zustieg am Bahnhof St. Gallen wäre attraktiv - so bleibt der Zustieg im Flugfeld St. Gallen Altenrhein für viele die erste Wahl.
Andreas Bernhardsgrütter
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Sargans - St. Gallen in einer Stunde
Gemäss Benedikt Weibel ist derzeitig eine Studiengruppe an der Arbeit, welche untersucht, wie die Fahrzeit des Rheintalexpress (REX) zwischen St. Gallen und Sargans auf unter einer Stunde gedrückt werden kann.
Dies ist ein wichtiges Element, um in der Ostschweiz ein funktionierender Takt mit mehreren Systemknoten zu erreichen. So können die unterschiedlichen Anschlüsse in Sargans und die Fahrplanspinne in St. Gallen um die ganze Stunde eingehalten werden. Fehlt noch, dass auch St. Gallen - Zürich unter einer Stunde zu haben wäre - aber das ist vorläufig noch Zukunftsmusik (auch wenn in den 60er Jahren schon mal da gewesen)
St. Gallen - Sargans unter einer Stunde sollte bei etwas gutem Willen und allfälligen Anpassungen in der Infrastruktur zu erreichen sein. In der gleichen Fahrzeit kommt man mit dem Auto von St. Gallen nach Chur. Der öffentliche Verkehr und die entsprechende Bahninfrastruktur im Rheintal ist im Wettbewerbsnachteil. Nur eingleisiges Trassee, abgehängte Bahnhöfe (z. B. Oberriet) und unattraktiver Stundentakt in diesem dicht besiedeltem Gebiet führen dazu, dass der ÖV nur noch von "Zwangskunden" wie Schüler und Pensionäre benutzt wird. Entsprechende Engpässe auf den Strassen - insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr - sind die Folge.
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