St.Gallen, 14. Mai 2004. Die Sektion St. Gallen/Appenzell des Verkehrs-Clubs der Schweiz hat sich mit dem Fahrplanentwurf 2005 beschäftigt und dem Bundesamt für Verkehr eine detaillierte Stellungnahme eingereicht.
"Am 12.12.2004 findet mit dem letzten Schritt von Bahn 2000 1.Etappe der grösste Fahrplanwechsel in der Geschichte der SBB statt. Die Reisenden gewinnen Zeit, Flexibilität und Komfort .Schnellere Züge rollen über neue Strecken und verkürzen die Fahrzeiten. Dank schlanken Anschlüssen in den Knoten-bahnhöfen reduzieren sich die Reisezeiten" So wird der Fahrplan 2005 von den SBB angekündigt. Die Erwartungen waren also hoch geschraubt beim Studium des Fahrplanentwurfes, welcher Ende April zur Stellungnahme veröffentlicht wurde. Entsprechend gross war die Enttäuschung.
Zuerst die gute Nachricht: Mit den verbesserten Anschlussverbindungen in Ziegelbrücke ist die Verbindung aus dem Toggenburg in Richtung Chur attraktiver geworden. Damit wird ein seit Jahren gehegter Wunsch realisiert. Eine Frühverbindung Zürich - St.Gallen und ein zusätzlicher Spätzug in der Gegenrichtung ist ebenfalls als Verbesserung zu vermelden.
Diesen beiden Verbesserung stehen im Fahrplanentwurf jedoch eine Reihe negativer Änderungen gegenüber. So soll auf der Strecke Rorschach-Zürich eine direkte Früh-verbindung wegfallen (Rorschach ab 06.51 Uhr). Dies bedeutet eine klare Verschlech-terung gegenüber dem aktuellen Fahrplan. So be-steht nur noch eine Umsteigeverbindung, wodurch sich die Fahrzeit ab Rorschach um 15 Minuten ver-längert. Eine ähnliche Situation in der Gegenrichtung entsteht durch die Streichung der abendlichen Direkt-verbindung nach Rorschach (St.Gallen ab 22.04 Uhr). Der Anschluss soll neu mit dem Regional-zug um 22.21 Uhr erfolgen, was die Fahrzeit ab Zürich um happige 21 Minuten verlängert - inklusive eines fast halbstündigen Aufenthalts in St.Gallen. Der VCS fordert darum, diese beiden Verbindungen beizubehalten.
Auf der Strecke St.Gallen-Zürich sollen diverse ICN-Halte während den Randstunden wegfallen. So klafft zwischen St.Gallen und Flawil/Uzwil am Wochenende eine Lücke von 1 _ Stunden, unter der Woche sogar beinahe 1 _ Stunden (22.25 bis 00.07 Uhr). Der Wegfall dieser beiden Halte bringt keine echte Verbesserung, zumal sich damit keine zusätzlichen Anschlüsse in St.Gallen schaffen lassen. Der VCS fordert darum die Beibehaltung der ICN-Halte in Flawil und Uzwil.
Der Voralpenexpress zwischen Arth-Goldau und Luzern soll mit dem Fahrplanwechsel neu eine um acht Minuten längere Fahrzeit aufweisen. Die Verbindung über Zürich ist aufgrund der schlechten Umsteigeverhältnisse (Gleise 51 bis 54) unattraktiv. Auch sind in Zürich die Anschlusszüge schon bei geringfügigen Verspätungen oft nicht mehr zu erreichen. Der VCS beantragt darum, den Voralpen-express auch weiterhin gemäss heutigem Fahrplan zu führen.
Auch im Toggenburg verschlechtert sich ein Anschluss. Der Frühzug von Wattwil nach Wil (Wattwil ab 05.26Uhr) verkehrt neu 7 Minuten später, ohne Anschluss Richtung St. Gallen. Damit entfällt eine Frühverbindung aus dem Toggenburg in Richtung Uzwil, Flawil und St. Gallen, ohne dass sich dadurch andere Verbesserungen ergeben. Der VCS empfiehlt darum, die bis-herige Abfahrtszeit ab Wattwil bei-zu-behalten und damit den Anschluss an einen Regionalzug ab Wil Richtung St.Gallen zu gewähr-leisten.
Eine weitere Verschlechterung betrifft die Region Wil Richtung Chur. Der erste Rheintal-Express wird erst ab St.Gallen geführt, womit das obere Rheintal für alle Reisenden zwischen Wil und St.Gallen neu erst eine Stunde später als bis anhin zu erreichen wäre.
Fazit: Im Fahrplanentwurf stehen einer Verbesserung eine Reihe kleiner, aber ärgerlicher Verschlechterungen gegenüber. Die Ostschweizer Regionen dürfen den Anschluss untereinander nicht verlieren. Darum fordert der VCS St.Gallen/Appenzell das Bundesamt für Verkehr auf, diese Änderungen noch einmal zu überdenken.
|
Links:
 |
www.fahrplanentwurf.ch
|
 |
VCS-Dossier ÖV
|
|
|