VCS, WWF und Pro Natura

Protest gegen Ausbau des Flugfeldes Altenrhein

St. Gallen, 18. Aug. 2003. Gegen die Ausbaupläne des Flugfeldes Altenrhein protestieren die drei grossen Umweltschutzorganisationen des Kantons St. Gallens vehement. WWF, pro Natura und VCS werden sich mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen eine Konzessionierung zur Wehr setzen. Sie rufen die Bevölkerung der anliegenden Gemeinden, Kantonen und Staaten auf, sich dem Protest anzuschliessen und sich beim St. Galler Regierungsrat Gehör zu verschaffen.

Das Flugfeld Altenrhein darf keine Konzession für einen öffentlichen Regionalflugplatz erhalten. Es ist verantwortungslos, in Zeiten anhaltender Überschreitungen der Ozon-Werte und katastrophaler Auswirkungen der Luftschadstoffe auf unser Klima, wie wir sie diesen Sommer mit einer bedrohlichen Trockenheit und Hitzeperiode erleben können, eine Verdoppelung der Passagierzahlen ins Auge zu fassen. Es darf nicht sein, dass die Anstrengungen für einen verbesserten Klimaschutz mit einer Ausweitung des Flugverkehrs zunichte gemacht werden.

Die St. Galler Regierung muss sich vorwerfen lassen, sehr einseitig die Interessen eines kleinen Betriebes zu vertreten, der vorwiegend von österreichen Kunden lebt und in holländischen Händen liegt. Anderseits schlägt sie sowohl die Bedenken der Umweltschutzorganisationen in den Wind wie auch die unzweifelbaren Äusserungen einer klaren Mehrheit der Thaler Bevölkerung gegen eine Konzessionierung. Da erhält die Bevölkerung haufenweise Geschenke zum 200. Geburtstag, feiert, was das Zeug hält, aber die wirklich wichtigen Dinge, die unsere Lebensqualität ausmachen, wie Schutz vor Lärm und saubere Luft, werden mehr und mehr eingeschränkt. Es ist nicht zum Wohle der Bevölkerung rund um den oberen Bodensee, wenn der Flugverkehr weiter gefördert wird und dem Fluglärm Tür und Tor geöffnet wird.

Die Umweltorganisationen machen wiederholt darauf aufmerksam, dass mit einer Konzessionierung die Grenzwerte unserer Lärmschutzverordnung praktisch ausser Kraft gesetzt werden. Die angestrebte Aufweichung der heute gültigen Betriebszeiten wird den Lärmteppich weiter ausbreiten lassen. Mit einer Konzessionierung gibt die St. Galler Regierung ihre Einflussmöglichkeiten auf die künftige Entwicklung des Flugfeldes auf. Der Zulassungszwang lässt kein Mitspracherecht bei den Destinationen und Fluggesellschaften zu. Gemäss Sachplan Infrastrukur Luftfahrt hätte der öffentliche Regionalflugplatz künftig die Funktion, Regionen mit Zielen im Inland und im nahen Ausland zu verbinden sowie die Anbindung an den internationalen Luftverkehr sicherzustellen. Diese Aufgabe kann bestens und viel ökologischer der Bahnverkehr übernehmen. St. Gallen ist sehr gut an den Flughafen Zürich angebunden.

Die Bedeutung des Flugfeldes für den Wirtschaftsstandort St. Gallen ist nicht ausgewiesen. Insbesondere fehlt eine differenzierte Abwägung der öffentlichen Interessen. Die Umweltorganisationen sind der Auffassung, dass der Schutz der Bevölkerung vor Lärm, die Begrenzung von Schadstoffemissionen, der Schutz der Naturschutzgebiete und die Erhaltung der Naherholungsmöglichkeiten eine weit höhere Priorität erhalten muss als der Ausbau des Flugfeldes. Es ist zudem keine Gewähr dafür da, dass die angestrebten Linienflüge dem Businessverkehr dienen werden. Eher ist davon auszugehen, dass attraktive Ziele für den Freizeitflugverkehr geschaffen werden.

Die Pläne der Airport Altenrhein AG sowie der St. Galler Regierung werden viele verärgern und wenige freuen. Die Umweltorganisationen kündigen diesen Plänen den Widerstand an.

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